Nichts verkauft so stark, wie eine gelungene Headline…
denn in einer Welt voller Informationen bedeutet Informationsfülle zugleich einen Mangel an etwas anderem: Eine Knappheit, von dem was Informationen verbrauchen.
Was das ist liegt auf der Hand: Informationen verbrauchen Aufmerksamkeit, die Aufmerksamkeit ihrer Empfänger. Folglich erzeugt ein Reichtum an Informationen eine Armut an Aufmerksamkeit.
In diesem Gastbeitrag möchte ich Ihnen daher den Werbetexter Lars Grohnert vorstellen. Lars Grohnert befasst sich seit vielen Jahren mit dem Phänomen “Aufmerksamkeit” mit Hilfe von Texten und Headlines und geht den Fragen auf den Grund, was Werbetexte und Headlines wirklich erfolgreich macht. Ein spannender Gastbeitrag über die Geheimnisse verkaufsstarker Headlines.
Es kann durchaus sein, dass Sie mit diesen 4 Geheimnissen mit Ihren Landingpages künftig mehr verkaufen als mit allen anderen Tipps zum Thema Werbetexten zusammen. Klingt überzogen? Auf den ersten Blick vielleicht. Aber meine Erfahrungen sprechen eine andere Sprache:
Nur von der Headline hängt es ab, ob Ihr Text gelesen wird oder nicht. Anhand dieses einen Satzes entscheidet der Leser: “Ist das was für mich oder nicht?”
“Die Headline macht satte 80 % des Erfolgs Ihres Werbetextes aus.”
Lautet die Antwort nein, hat Ihr potentieller Kunde Ihrer Landingpage schnell den Rücken gekehrt… Ich selbst kenne Fälle, wo allein eine neue Headline (bei ansonsten komplett identischem Text!) die Response mehr als verdoppelt hat.
(Anmerkung von Tobias: Kann ich nur bestätigen! Ich selbst kenne Adwords-Anzeigen, welche 3200% besser funktioniert haben, nur weil die zweite mit der dritten Zeile getauscht wurde!)
Natürlich gibt es auch den umgekehrten Fall, wo eine neue Headline den Erfolg halbiert.
Das bedeutet im Klartext:
Bevor Sie überhaupt das erste Wort der Headline texten, sollten Sie sich verdeutlichen, was die Headline innerhalb des gesamten Werbetextes bewirken soll. Die Headline ist die “Werbung für die Werbung”. Sie ist der Appetitanreger für den Werbetext, welcher auf die Headline selbst folgt.
“Diese 4 Geheimnisse bestehen aus 4 Kriterien, die aus praktisch jeder Headline einen Eyecatcher machen, dem kaum ein Kunde widerstehen kann!”
Lesen Sie Ihre Headline laut vor und klopfen Sie sie auf jeden der folgenden 4 Punkte ab. Man nennt sie auch die “vier U´s”, weil sie auf englisch alle mit diesem Buchstaben “U” anfangen. Vergeben Sie für jedes erfüllte Kriterium einen Punkt. Sie können auch halbe Punkte vergeben.
Muss ich das JETZT lesen?
Oder könnte ich auch irgendwann einmal auf das Angebot reagieren? Denken Sie daran: “Irgendwann einmal” heißt in der Direktwerbung: NIE! Das könnte eine kurzfristige Chance sein. Etwa ein Angebot, das nur den schnellsten 100 Anforderern zur Verfügung steht. Oder vielleicht droht mir auch eine Gefahr, wenn ich den Text nicht lese.
Trifft das Angebot meinen Nerv?
Und noch wichtiger: Erfahre ich genau, worum es geht? Hier können Sie zum Beispiel den Leidensdruck Ihrer Kunden aufgreifen.
Was bringt mir das?
Wenn Sie sich mit Direktmarketing und Werbetexten auskennen, dann ist Ihnen sicher die Maxime “What´s in it for me” (Was ist für mich drin?) ein Begriff. Diese Frage will der Leser beantwortet haben – denn weswegen sollte er sich sonst mit Ihrer Werbung beschäftigen? Denken Sie immer daran: Werbung ist “allerunterste Schublade”, was die Lese-Prioritäten angeht. Ihre Werbung muss also irgendeinen Nutzen enthalten, damit sich der Leser näher damit beschäftigt. Falls nicht: Ab damit in die “Ablage”!
Habe ich dieses Angebot woanders schon einmal bekommen?
Bei einer Headline für ein E-Book mit dem Titel “Machen Sie x Tausend Euro Umsatz mit Internet-Marketing-Strategie XYZ” klicke ich gleich wieder weg: Viel zu unkonkret – und außerdem habe ich das schon x-mal gelesen.
Diese Headline ist also allenfalls nützlich (1 Punkt); einen halben Punkt vergebe ich noch bei “ultraspezifisch” – aber das war´s dann auch schon.
Wie könnte man das Angebot mit der Internet-Marketing-Strategie vom Werbetext her noch besser machen? Anstelle der Headline von oben schlage ich als Alternative vor:
“Wie viel mehr Umsatz möchten Sie mit der XYZ-Internet-Marketing-Strategie machen?”
Ist diese Headline besser? Mal sehen. Schicken wir sie einmal durch die 4-Punkte-Tortur: Ist die Headline nützlich? Eindeutig ja. Wer will schon kein Geld verdienen! Ist sie spezifisch? Auch ja. Ist sie einzigartig? Nicht unbedingt. Ist sie dringend? Ebenfalls verbesserungsfähig.
Sie sehen: Nachdem Sie die Headline auf diese 4 Punkte abgeklopft haben, wissen Sie sofort, was Sie noch optimieren sollten. Fangen wir mit dem letzten Punkt an: Wie können Sie das Angebot noch dringlicher machen? Am einfachsten geht das, indem Sie ein konkretes Datum in die Headline einfügen, beispielsweise so:
“Wie viel mehr Umsatz möchten Sie mit der XYZ-Internet-Marketing-Strategie bis Ende 2010 machen?”
Schon besser. Man könnte die Headline mit 3 von 4 möglichen Punkten so lassen. Sie können jedoch auch noch eine Subheadline anfügen, die das Angebot noch mehr aus der Masse hervorstechen lässt:
“Mit dieser Strategie haben bisher hunderte Internet-Marketer bis zu 137.876 Euro mehr Umsatz gemacht. Sind Sie der nächste?”
Na, beißen Sie an? Klicken Sie diese Seite einfach so wieder weg? Wohl kaum. Hier ist noch ein Beispiel:
“Setzt Ihr Arzt bei der Behandlung Ihre Gesundheit aufs Spiel?”
Muss ich das jetzt wissen (dringend)? Aber klar doch – vielleicht werde ich ja sogar krank, wenn ich den Text nicht lese! Ist die Headline spezifisch? Ja – ich erfahre, worum es geht. Aber ich erfahre nicht genug, ohne in den Werbetext auf der Landingpage einsteigen zu müssen. Ist die Headline nützlich? Auf jeden Fall! Ist die Headline einzigartig? Auch ja – denn solche brisanten Informationen bekomme ich woanders nicht.
4 von 4 Punkten – Volltreffer!
Das sollte reichen, um aus dieser Headline (und der dann folgenden Landingpage) eine schlagkräftige Verkaufsseite zu machen. Wann werden Sie diese 4 Geheimnisse erfolgreicher Headlines für sich und Ihre Werbung nutzen?
Lars Grohnert ist Werbetexter für Direktmarketing und schreibt ausschließlich Werbetexte für das Internet, für Landingpages, Werbebriefe und E-Mail-Mailings. Er hat fast 9 Jahre als Texter für den VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG gearbeitet, einen der führenden Direktmarketing-Fachverlage in Deutschland.
Seit Anfang 2008 ist Lars Grohnert selbständig. Sie erreichen ihn unter kontakt@mailings-mit-power.de oder telefonisch unter 0152/28710099.
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Ich habe schon einiges an “Werbetexfutter” konsumiert und archiviert. Diese Tipps und Argumentationen aber so noch nirgends gefunden. Ich werde mir diese sehr wertvollen Empfehlungen für 2010 vornehmen.
Allen Blog-Nutzern einen tollen Rutsch in das neue Jahr. Und an Tobias einen speziell herzlichen Dank für die tollen Beiträge.
Hanspeter
Hallo Tobias,
sehr interessanter Beitrag. Beim Thema “Werbetexten” kann man auch nie genug Wissen aufsaugen, da es die Basis ist für jeden Verkauf.
Gruß
Siegmar
Hallo Tobias und Lars!
Feedback ist wichtig, oder ein Ansatz zum Dialog! Seit einigen Jahren arbeite ich als Internetmarketer und setze Miniseiten ein. Dabei ist mir auch gelungen, dass einige Miniseiten über Suchmaschinen meine Liste ganz automatisch füllen.
Gerade deshab ist dieses Thama eins der wichtigsten im Online-Marketing!
Mein Feedback zum Schluss, 3 1/2 Punkte, warum?
Ein Fehler in der Headline gibt Punktabzug ““Mit dieser Strategie haben (biser) hunderte Internet-Marketer bis zu 137.876 Euro mehr Umsatz gemacht. Sind Sie der nächste?”
(bisher), das sollte einen Profi ….
Ansonste Klasse!
Gruss
Lothar
Hallo Siegmar,
zum Thema Werbetexten & Copywriting wird Anfang nächsten Jahres einiges an Informationen kommen, da ich dieses Thema selber gerade “beackere”. Wenn es Anregungen oder Wünsche zu diesem Thema gibt, was genau mal in einem Blogpost behandelt werden soll, einfach eine Email schreiben.
Viele Grüße
Tobias
Hallo Lothar,
ooops, sollte natürlich nicht passieren. Auf jeden Fall Danke für den Tipp! Habe es soeben korrigiert.
Viele Grüße
Tobias
Vielen Dank Hanspeter,
wie gesagt, im neuen Jahr werden verstärkt Themen rund um Copywriting, Werbetexten, Verkaufspsychologie, Traffic und Online-Marketing aufgegriffen. Da wird es einige Sahnebonbons hier im Blog geben
Wünsche ebenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Viele Grüße
Tobias
Hallo Tobias,
Klasse Artikel zum Werbetext-Thema, wie Siegmar schon schreibt kann man ja nie genug Wissen aufsaugen und solche Empfehlungen gibt’s ja normalerweise auch nicht kostenlos.
1 A ! und bringt mich (positiv) weiter.
Danke, einen guten Rutsch und ein Gesundes und Erfolgreiches neues Jahr!
Grüsse aus Plauen,
Steffen
Hallo Steffen,
danke für dein Statement. Wünsche dir natürlich auch alles Gute!
Viele Grüße nach Plauen!
Tobias
Prima, prima, das so prägnant zu machen. Es geht immer um die Knackepunkte und dann um Ergebnisse. Gutes Neues! Karl Hinkel
Kleiner Tipp:
Fehler an gezielter Stelle KÖNNEN auch von Vorteil sein…
…weil der Leser dann nämlich erst recht in den Text einsteigt und ihn umso aufmerksamer liest! Und genau das wollen wir ja. Zu viele Fehler sollten es selbstverständlich nicht sein, das sitimmt natürlich.
Vielen Dank Herr Hinkel! Ihnen auch alles Gute und ein guten Rutsch ins neue Jahr!
Viele Grüße
Tobias Knoof
Hallo Herr Grohnert,
ja solche “Effekte” habe ich auch schon mal bemerkt. Es “bricht” einfach den Lesefluss, wenn etwas irgendwo falsch geschrieben ist. Und das kann natürlich auch absichtlich oder ganz bewusst eingesetzt werden. In dem Fall war es aber ein Versehen
Viele Grüße
Tobias Knoof
Hallo Namensvetter.
Wenn wir gerade beim Thema sind. Die Einträge auf deinem Blog sind auch wirklich:
- einzigartig
- nützlich
- ultraspeziefisch
- dringend
Hier machst du unserem Namen mal wieder alle Ehre
ABER:
Fehlt da nicht noch ein 5. Punkt?
Zumindest mir fällt da noch einer ein.
Gerade wenn man doch rezipientenbezogen argieren will.
Jetzt, wenn ich es mir recht überlege scheint dieser Punkt entweder vergessen geworden, oder gar nicht erst in Betracht gezogen zu sein.
Nun, trotzdem klasse Bericht.
Viele Grüße
Tobias Rees
Hallo Tobias,
danke für dein Feedback. Bin natürlich immer offen für weitere Anregungen. Was meinst du, welcher Punkt fehlt deiner Meinung nach?!? Was könnte man bei einem nächsten Post zu diesem Thema noch verbessern?
Viele Grüße
Tobias
Mein 5. Punkt ist:
-> Einfachheit!
Meinen Umfragen zufolge traut sich die Allgemeinheit derartige Veränderungen zum positiven schlicht nicht zu.
Je simpler (um nicht zu sagen primitiver) die Ausführung, desto besser.
Meinst du Tobias, das verkraftet die Schlagzeile?
Unter der Kategorie Einfachheit leite ich ein großes Spektrum ab. Das geht von einer klaren, unkomplizierten, bequemen Anleitung bis hin zu einer Idiotensicheren!
Gute Notiz Herr Rees, Danke!
Karl Hinkel
Kölner Fußgängerzone, zwei nette junge Damen vor mir, sagt die eine:
“Ich geh´ Pizza”, eine Weile später eine Gruppe junger Männer:
“Ich geh´ Börger – Donnalds nich!” Dem schloss sich eine “Diskussion” an, wer von den beiden Herstellern von Fastfood (Beinaheessen) denn besser sei: “Nä, nix Börger, ham nich Schoko.”, “Aba Donnalds funzt nich”, “Donnalds Kaffee besser.” und so weiter.
Ich habe vor einer Woche mal einige Überschriften `kaputt´ gemacht -
funktioniert besser. Dann habe ich Überschriften rausgenommen,
funktioniert wie vorher.
Hat jemand eine Idee, wie man mit Sprachlosigkeit arbeitet? In 2009
musste ich erleben, was in Sprachlosigkeit alles bewerkstelligt wird,
ob es nun um Kinder, Haushaltsführung oder Geld geht.
K.H.
Hallo Herr Hinkel,
mit Sprachlosigkeit arbeiten ? Nix Problem – guckste Google !
Schauen Sie sich mal den neuen Dienst von Google namens “Google Googles” an. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet es, einfach mit dem Handy ein Bild nach Google hochladen und im Gegenzug Informationen dazu erhalten. Soll mit Bauwerken, Gastronomie und Büchern angeblich schon ganz gut funktionieren.
Solche Dienste und der fortschreitende Einsatz von Touchscreens werden in Zukunft die Sprache zurückdrängen und Visualisierungen bzw. Symbolisierungen in den Vordergrund stellen. Auch diese Entwicklungen wird man bei der Erstellung von Headlines zukünftig wohl berücksichtigen müssen.
Viele Grüße
Volker
edit
sorry, der Dienst heißt natürlich “Google Goggles” von goggles = (Schutz-)Brille, auch wenn sich mir der Sinn der Namensgebung nicht zu 100% erschließt.
V.R.
@ Karl:
Burger King hat die besseren Pommes. Sind sogar bei Stiftung Warentest als Sieger hervor gegangen. Das Argument wäre dem bunten Treiben der erwähnten Damen und Herren wohl etwas zu unoriginell gewesen…
Zum Thema Sprachlosigkeit 3 kurze Punkte. Eine Voraussetzung, eine Folgerung & die Konsequenz:
1) Voraussetzung:
Nur mündige Personen können Schweigen und damit eine indirekte Botschaft vermitteln. Schweigen hat so viele Gesichter. Eine schier sprudelnde Quelle möglicher Botschaften.
2) Folgerung:
Dadurch erfährt sie (Sprachlosigkeit) ein unglaubliches Potential an Einsetzungsmöglichkeiten. Die ganze Bandbreite von Actio und Reactio.
3) Konsequenz:
Wir kennen den Spruch, “Blicke sagen mehr als 1000 Worte”. Wieso?
Nun, die Gewalt der Blicke gehen nicht von den Blicken selbst aus, sondern vom Empfänger. Er füllt diese unausgesprochene Lücke selbst. Dadurch stellt er selbst den Bezug her und Alles wirkt sehr kraftvoll und real. Ein weiterer Aspekt ist, dass der Empfänger unbewusst mehr investiert. Er lässt sich nicht einfach bestrahlen und alles vorweg nehmen. Die Deutungsgrundlage wird noch stärker auf ihn verlagert & er ist dadurch sehr stark ins Geschehen involviert = stärkere Bindung zum Sender.
Meiner Meinung nach eine der unterschätzen Techniken im Online Marketing. Na was nicht ist kann ja noch werden.
Hoffe dir haben meine Ausführungen ein wenig geholfen
Liebe Grüße
Tobias
Ja, danke. Man kennt doch die strafenden Blicke, die nichtssagenden, die freudvollen, die sorgenvollen und die glorreichen. Alles bedarf keiner Worte. Das mit der Intensität stimmt auch. Ich kenne das Grinsen, das dann in den Knochenzellen sitzt, das Lächeln, welches der Seele schmeichelt, der Anblick von Kindern, der mit Widerhakenblicken das Herz durchstößt und sich tief in der Seele verankert. Das sind die mit dem Goldlavablut und den Bambusflechtwerksherzen.
Ein allseits befreiendes 2010
Karl
Hallo Tobias,
klar verkrafte ich diese Headline
und ich werde es mir gerne zu Herzen nehmen. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach einen Spagat zu schaffen, welcher textlich gesehen auch “Fortgeschrittene” in dieser Materie ansprechen. Doch Einfachheit und Klarheit ist definitiv eine wichtige Sache!
Grüße Tobias